Ostern steht vor der Tür…

…und da wird es Zeit, Ostereier zu bemalen. Das kann man jetzt auch virtuell: In einem Spiel des Goethe-Instituts kann der DaF-Lerner Muster und Farben den Eiern zuordnen und so seinen Wortschatz trainieren. Kein Spiel, mit dem man sich lange beschäftigen kann, aber für Anfänger ganz nett für zwischendurch.

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Serious Games für A1

Das Goethe-Institut bietet ja recht viel an, um sich auf verschiedene Arten der deutschen Sprache zu nähern. Mit „Stadt der Wörter“ ist jetzt ein Online-Spiel dazugekommen, das Anfängern erste Wörter vermitteln will. Ähnlich wie in anderen Online-Spielen stehen Avatare zur Verfügung, mit denen man sprachliche Übungen in verschiedenen Alltagssituationen absolvieren kann. Auch die Vernetzung mit anderen Spielern ist möglich. Das Angebot ist kostenlos und kann auch auf Smartphones etc. genutzt werden.

 

Wo wird Deutsch ganz besonders viel gelernt?

Mit dieser Frage beschäftigt sich regelmäßig das Auswärtige Amt. Das Ergebnis: Im Nachbarland Polen wohnen die meisten Leute, die Deutsch als Fremdsprache lernen. Platz 2 und 3 belegen Großbritannien und Russland. Interessant ist auch, dass die deutsche Sprache im Nahen Osten und Asien beliebter wird: Allein in China hat sich die Zahl der Deutschlernenden seit 2010 verdoppelt. Neben wirtschaftlichen Aspekten und globalen Kooperationen ist einer der Hauptgründe für diese Entwicklung sicherlich auch die politische Lage in der Welt, die große Migrationsbewegungen mit sich bringt. Den gesamten Bericht kann man auf den Seiten des Auswärtigen Amtes nachlesen.

„Flüchtling“ ist das Wort des Jahres 2015

Jedes Jahr wählt die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) ein „Wort des Jahres“, das im wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Leben besonders große Bedeutung hatte. Dieses Jahr fiel die Wahl auf „Flüchtling“, weil dieses Wort das beherrschende Thema und auch sprachlich aufgrund des Suffixes -ling interessant sei – vor allem, weil Wörter mit dieser Endung häufig negativ konnotiert seien.

Die Wörter des Jahres geben einen interessanten Einblick in die Berichterstattung und Themenschwerpunkte eines Jahres – häufig sind auch Wortneuschöpfungen dabei. Deshalb ist das „Wort des Jahres“ nicht nur sprachlich, sondern auch gesellschaftspolitisch interessant. Hier die Wörter des Jahres der letzten 10 Jahre:

2014: Lichtgrenze
2013: GroKo
2012: Rettungsroutine
2011: Stresstest
2010: Wutbürger
2009: Abwrackprämie
2008: Finanzkrise
2007: Klimakatastrophe
2006: Fanmeile
2005: Bundeskanzlerin

Bewertung einer Kurzgeschichte

Eine Aufgabe im Sprachkurs auf der Stufe B2.2 war es, die Kurzgeschichte Streuselschnecke von Julia Franck (2000) zu lesen und zu bewerten. Nachdem passende Redemittel erarbeitet und Beispiele gelesen wurden, entstanden sehr unterschiedliche Texte. Das folgende, wie ich finde sehr gelungene Beispiel ist von Taiki aus Japan:

„Die Kurzgeschichte heißt “Streuselschnecke”. Julia Franck schrieb sie im Jahre 2000. Sie handelt von der Geschichte zwischen einem Mann und seiner Tochter. Die beiden lernen sich jedoch erst kennen, als das Mädchen 14 Jahre alt ist. Zwei Jahre später sind sie sich immer noch etwas fremd. Eines Tages teilt er ihr mit, dass er eine so schwere Krankheit habe, dass er dadurch nur noch ein Jahr zu leben hat. Um selbst zu sterben, möchte er eine Überdosis Morphium nehmen, aber seine Tochter kann es ihm nicht besorgen. Dafür backt sie, was er sich wünscht; Streuselschnecken. Der Name dieser Geschichte stammt von diesem Ereignis. Bald scheidet er aber aus dem Leben.
Was mir an der Geschichte am meisten aufgefallen ist, ist, dass von Anfang an falsche Erwartungen geweckt werden. Ein Mädchen trifft sich mit einem fremden, erwachsenen Mann, ohne die Situation zu erklären. […] Das bringt uns dazu, eine fragwürdige Beziehung zu erwarten. Diese Art zu schreiben fand ich interessant. Nach dem überraschenden Ende wollte ich die Geschichte gleich noch einmal lesen, um sie besser zu verstehen.
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